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Das Lackgeheimnis des Stradivari-Elektrostaten

Jahrhunderte lang glaubte man, dass das Geheimnis des zauberhaften Klanges altitalienischer Geigen in dem Lack läge, der bei ihrer Herstellung verwendet wurde. Vor einigen Jahren sind nun ein Geigenbauer aus dem Rheinland und ein Physiker mit zeitgemäßen Meßmethoden an die Lösung des Rätsels gegangen. Sie haben die Strukturen alter Violinen mit der Computertomographie sichtbar gemacht und den Klang mit den Messmethoden der Elektroakustik untersucht. Dabei kam schnell heraus, dass sicherlich nicht ein einziger Werkstoff das Wunder bewirkt, sondern das Zusammenwirken der Wissensanwendung bei der Gestaltung jedes Details dieser wunderbaren Instrumente. Die beiden Forscher haben dann ihr so erlangtes Wissen selbst in die Praxis umgesetzt, und als Ergebnis kann man heute von ihnen Instrumente erwerben, die dem Traumklang einer Stradivari oder Guarneri in keiner Weise nachstehen.

Diese Geschichte hat viele Parallelen zu der der Quad Elektrostaten. Als deren Produktion vor 15 Jahren im englischen Huntingdon eingestellt wurde, bestand die auslösende Ursache darin, dass ein bestimmter Leitlack für deren Membranen nicht mehr erhältlich war. So, wie die Nachricht damals von der internationalen Hifi Gemeinschaft aufgenommen wurde, glaubte man, dass dieser Lack ausschlaggebend für den einzigartigen Klang der Quad Elektrostaten gewesen sei. Noch heute kann man entsprechende Meinungen in Fachpublikationen lesen. Der Verdacht auf ein Lack-Geheimnis, ähnlich wie bei den altitalienischen Geigen wurde auch dadurch genährt, dass vom damaligen Lackhersteller keine Angaben über dessen Zusammensetzung zu erhalten waren.

Um nun den legendären Klang der Quad Elektrostaten zu entschlüsseln und den Lautsprecher der Nachwelt zu erhalten, machten sich genau so, wie oben beschrieben, kurioser Weise ebenfalls im Rheinland ein Hifi Experte und ein Physiker an die Arbeit, dieses Rätsel zu lösen. Und interessanterweise führten ihre Forschungen zu ähnlichen grundsätzlichen Erkenntnissen.

Das Geheimnis des Lackes ließ sich schnell und ohne chemische Analysen nur mit einer Patentrecherche klären. Schon 1956 hatte es Peter Walker in einer Patentschrift veröffentlicht. Genau wie bei der Geige musste aber das Zusammenwirken der vielen Komponenten eines Schallstrahlers durch Messungen, genaue Beobachtungen und logische Schlussfolgerungen erforscht werden, bis man ihn ganz verstanden hatte und dann auch in genau gleicher Qualität herstellen konnte.

Und um die beschriebene Analogie vollständig zu machen: Heute kann man aus dem Rheinland Quad Elektrostaten erwerben, deren Traumklang der damals in Huntingdon gefertigten Lautsprecher in keiner Weise nachsteht. Ganze 80 km Luftlinie trennen heute die Orte aus denen die weltweit besten Streichinstrumente und Lautsprecher kommen.

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